Diskriminierung von Frauen, trotz Frauentag

Zahlreiche Menschen fühlen sich diskriminiert, darunter Frauen häufiger als Männer.

Zu Diskriminierung gab es 2019 eine repräsentative Bevölkerungsumfrage („(Strukturelle) Diskriminierung, Mai 2019. Eine Studie von Kantar, Public Division im Auftrag des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung (BPA)“). Aus diesen Datensätzen* lässt sich das Ausmaß von Diskriminierung von Menschen genauer bestimmen.

An der Befragung haben 1.060 Personen im Alter von über 18 Jahren teilgenommen (Die absoluten Zahlen sind zur Korrektur der Ausfälle durch Anpassung der Strukturen der Stichprobe an die Strukturen der Grundgesamtheit gewichtet.).

Von den Befragten erklärten 20,1 %, dass sie persönlich eine Diskriminierung in den letzten drei Jahren erlebt haben. Dabei sind Frauen (21,7 %) häufiger als Männer (18,5 %) betroffen.

Im Folgenden werden Ergebnisse der befragten Frauen sowohl mit als auch ohne Diskriminierungserfahrung genauer betrachtet.

In zahlreichen Bereichen wird die Diskriminierung erlebt. Als Antwortmöglichkeiten waren möglich: Häufig, Gelegentlich, Selten, Nie, Weiß nicht. Für die nachfolgende Darstellung wurden die Antworten „Häufig, Gelegentlich“ zusammengefasst. Die Antwortkategorie „Weiß nicht“ kam nicht so häufig vor, die übrigen Angaben sind demnach „Nie“.

Etwa ein Viertel der Frauen wurde im Arbeitsleben und ein Fünftel auf dem Wohnungsmarkt diskriminiert. Die Diskriminierung findet in vielen verschiedenen Bereichen im großen Umfang statt.

Bei verschiedenen Dimensionen von Diskriminierungen waren die Antwortmöglichkeiten Ja, Nein, Weiß nicht. Nachfolgend werden die wesentlichen Ja-Antworten zusammengefasst.

Unter den materiellen Benachteiligungen berichtet fast die Hälfte der Frauen, dass ihnen ein Antrag abgelehnt oder eine Leistung verwehrt (48,5 %) wurde und ihre Leistungen vergleichsweise schlechter bewertet wurden (48,1 %), die sie aus subjektiver Sicht hätte bekommen müssen. Annähernd die Hälfte (45,1 %) meint, dass sie weniger Gehalt als andere bei vergleichbarer Tätigkeit erhielten.

Im Rahmen sozialer Herabwürdigung berichten fast zwei Drittel der Frauen von Ausgrenzung, und unangebrachten Fragen zum Privatleben (je 64,3 %). Und drei Fünftel waren Opfer abwertender Witze und Kommentare (60,3 %).

Eine extreme Form von Diskriminierung stellen körperliche Übergriffe und Bedrohungen dar. Drei Zehntel der Frauen haben körperliche sexualisierte Übergriffe wie z. B. ungewollte Berührungen erlebt (29,6 %).

Die Erwartungen der befragten Frauen an die Politik, etwas gegen Diskriminierung (gleich aus welchem Grund zu ändern), sind sehr groß. Am häufigsten genannten wurde,

  • mehr Aufmerksamkeit für das Thema Diskriminierung in Schulen und Bildungseinrichtungen (91,1 %),
  • dass die bestehenden Gesetze gegen Diskriminierung besser durchgesetzt werden müssen (88,1 %),
  • mehr über das Recht auf Gleichbehandlung informieren (87,8 %).

Im Koalitionsvertrag zwischen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP steht „Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) werden wir evaluieren, Schutzlücken schließen, den Rechtsschutz verbessern und den Anwendungsbereich ausweiten.“

Millionen in der Bevölkerung sind von Diskriminierung betroffen und erwarten Aktivitäten der Politik zur Verbesserung der Situation.

*GESIS Datenarchiv, Köln. ZA6735 Datenfile Version 1.0.0, https://doi.org/10.4232/1.13402

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